Dr. Stephan Hagen

Das Lebenswerk Dr Stephan Hagen
Centrum für trans-personales Wachstum: Dr Stephan Hagen

Dr.med.Stephan Hagen wurde 1950 in Siegburg geboren, verstarb 2010 in Würzburg. Dr Stephan Hagen

Nach dem Abitur am musischen Gymnasium in Marktoberdorf studierte er in Bonn und Würzburg Medizin. Seine Promotion erfolgte in der Molekularbiologie in der Krebsforschung. Schon zum Abschluss des Studiums gründete er eine „Gesundheitsgruppe“  zusammen mit weiteren Medizinern, Psychologen und Sozialpädagogen um sich aus dem engen Umfeld der Schulmedizin heraus zu bewegen und eine ganzheitliches Herangehensweise an Gesundheit, Krankheit und Heilung zu entwickeln. Die ersten Inspirationen waren politisch motiviert, aus der 68er Zeit, „Nicht der einzelne Mensch ist  krank, sonder die Umstände, in denen er lebt machen ihn krank“ , „ das gesellschaftliche Leiden,  und das Leiden an der Gesellschaft“ (Dreitzel). Stephan Hagen organisierte zusammen mit der Gesundheitsgruppe Veranstaltungen gegen die Pharmaindustrie, baute rege Kontakte zur free clinic in Heidelberg auf, zu Gesundheitszentren in Berlin, München ((Haselberg), Hamburg und Leipzig. Es entstanden die Ideen von dichterer Vernetzung der verschiedenen Berufsgruppen, um ganzheitlich an der Behandlung und Heilung eines Patienten zusammen zu wirken, aber auch die sozialen Brennpunkte in Städten als Ausgangspunkt eines politisch verstandenen Behandlungsmodells zu nehmen. 1980 gründete er mit zusammen mit Dr.med.Joachim Stürmer, Dipl.-Sozialpädagoge Klaus Renn und Dipl.-Psychologin Monika Fell-Hagen die Allgemeinarzt Praxis Stürmer/Hagen zusammen mit der Beratungsstelle für seelische und soziale Gesundheit Zellerau (später: Sozialpsychiatrischer Dienst). In dieser Zeit entstanden stadtteilbezogene Selbsthilfegruppen, Beratungsangebote, Kinderbetreuungsgruppen in Obdachlosenwohnvierteln u.v.a. Nach einigen Jahren dieser intensiven Arbeit erkannte er, dass dieser politische Weg in dieser Weise nicht mehr weiter gehen konnte, eine Politisierung der sog. Unterschicht nicht möglich war, sondern nur sozialpolitische neue Strukturen den Weg bahnen können, diesen Menschen zu menschenwürdigerem Leben zu verhelfen. Es interessierte ihn nun die seelische Gewordenheit in dem Prozess einer Krankheitsentstehung.  In einer psychosomatischen Sprechstunde ermöglichte er jedem Hausarztpatienten eine ganzheitliche Betrachtungsweise, welcher Erkrankung auch immer. Er entschloss sich dann den Facharzt für psychosomatische Medizin zu machen und ließ sich 1985 als Facharzt und Psychotherapeut in Würzburg nieder. In den folgenden Jahren entdeckte er dann auch durch eigene Erfahrungen in Zen-Meditation (Willigis Jäger) und seine Erfahrungen zum Gestalttherapeuten (IGW) und Bioenergetiker, dass es eine noch umfassendere Sichtweise von Heilung gibt, nämlich die geistige Dimension im Menschen. Nun begann eine Zeit intensive Auseinandersetzung und Integration der verschiedenen Ebenen des Heilens, körperlich, seelisch geistig. Er entwickelte in seiner Praxis von Anfang an Gruppen zur Entspannung, Ernährung zur Selbsterfahrung und Meditation. Ab 1989 gründete er dann zusammen mit seiner Frau Monika Fell-Hagen das Institut: „Auf dem Weg“.  Seit 1994 wurde es dann zum Centrum für Transpersonales Wachstum umbenannt, in der Heinrich-Zeunerstraße  am Dallenberg in Würzburg. 2003 zog dann das Centrum um  nach Rottenbauer.

Vielen, vielen Menschen wurde das Centrum ein Ort der Begegnung, der Entwicklung, Heilung, ja innere Heimat.  Stephan Hagen lernte 1995 seinen wichtigsten Lehrer Jeru Kabbal kennen. Bis zu dessen Tod war er in seinem „Inner Core“, dem engsten Kreis von Jerus Schülern. Intensive wochenlange Retreats formten Stephans Persönlichkeit und Lebenshaltung zu  immer mehr Herzenswärme Begeisterung und Hingabe für sein Arbeit  und die Menschen, die zu ihm kamen. Die Arbeit mit dem „inneren Kind“,  die Aufdeckung und Transformation aus alten Mustern und Abhängigkeiten zu ermöglichen, und damit den Weg in die Fülle des Augenblicks zu gehen, waren von da an seine Herzensangelegenheit.  So kann man ihn durchaus als Pionier der achtsamkeitsorientierten Psychotherapie nennen, diese Richtung, die nun seit 15 Jahren großen Anklang in der psychospirituellen Welt gefunden hat. Ab  1996 erfolgten  6 mal zwei-jährige Weiterbildungen in transpersonaler Psychologie und Psychotherapie, damals schon anerkannt von der Weiterbildungskommision der Landesärztekammer Bayern. Intensive tiefenwirksame Prozesse aus der Körperpsychotherapie (Hakomi, Bioenergetik, holotropes Atmen), wie auch Kommunikation- und Medtitationstechniken bildeten die Grundlage der einzelnen Erfahrungs-Module.

Als Clarity-Trainer vermittelte er in den letzten Jahren den vollständigen Stufenweg des Clarity-processes.

Stephan Hagen war auch Musiker und Künstler, der die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten liebte. Er komponierte und textete zahlreiche spirituelle Lieder und Gedichte, die als Nachlass in dem Buch: „Lieder für die Seele“ herausgegeben wurden. (siehe unter Medien). In den Liedern wird dieses innere Licht, das „funkelt zwischen dir und mir, jetzt“ erfahrbar.  Mit Humor und Poesie beleuchten sie den Beziehungsalltag, den Weg der Hingabe an das LEBEN, an die Existenz, an das Göttliche.

Stephan Hagen war auch liebevoller und erfrischender Vater zweier Söhne und natürlich auch herausfordernder,  warmherziger Ehemann, Lebenspartner, Lehrer für seine Frau.

Sein irdischer  Lebensweg endete mit 60 Jahren durch eine schwere Krankheit. All sein spirituelles Sein fand darin Ausdruck, wie er auch in dieser Zeit gelassen, angstfrei und mit Würde auf das Tor, in eine neue Daseinsform zuschritt. Sein Nachlass ( Liederbuch, CDs und Veröffentlichungen) ist eine Inspiration und Ermutigung für alle Menschen auf ihrem inneren Weg. Er lebt in dieser Weise im wahrsten Sinne weiter.

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